Kombination des Entwurfs von Professor Peter Kulka (Köln / Dresden) für den Lorenzistock mit dem Entwurf von Auer + Weber für den Pfisterstock und Brunnenstock

Der Gestaltungsentwurf von Prof. Kulka sieht für den Lorenzi-
stock eine markante, zweigeschossige Eingangsöffnung hin zum Marienhof vor. Das massive Mauerwerk, die tragende Mittel-
wand und das Deckengewölbe sollen wirkungsvoll und kontras-
tierend in die neue Konzeption des Gebäudes als künftige Design-Markthalle einbezogen werden. Um Durchbrüche durch die historischen Treppen zu vermeiden, soll das neue Treppen-
haus verlegt und als nördlicher Abschluss des Zwingerhofes neu errichtet werden. Für den Dachbereich sieht der Entwurf Büro-
flächen mit einer offenen Galerieebene vor. Die Belichtung soll durch ein sich über die gesamte Länge des Bauteils erstreckendes Oberlicht im Dach erfolgen. Bezugnehmend auf den historischen Bauzustand des Lorenzistocks um 1816 wird eine abgewalmte Dachform vorgeschlagen, die mit grauen Schieferplatten eingedeckt ist. Eine großzügige Dachgaube wird den Dachbereich zum Marienhof hin öffnen. Bei der Fassaden-
gestaltung wird der äußere Sockel des Gebäudes mit grauen, glatten, oberflächenveredelten Sichtbetonplatten verkleidet. Die Innenhof- und die über dem Sockel liegende Fassade wird mit glatten Putzflächen versehen.
Analog zu der über Jahrhunderte gewachsenen, vielfältigen Formensprache des Alten Hofes, soll der Entwurf von Professor Kulka für den Lorenzistock mit dem architektonischen Gestaltungsvorschlag von Auer + Weber für den Brunnenstock und Pfisterstock kombiniert werden.

Auer + Weber schlagen vor, den Neubau des Pfisterstocks in Anlehnung an die historischen Räumlichkeiten zu errichten und mit giebelseitigen Wandscheiben auszustatten. Für die Fassadengestaltung sind leicht vor die Außenhaut gestellte, mit Metallzargen gefasste Fenster geplant, die im Zusammenspiel mit den mineralisch verputzten Flächen zu einer höheren Plastizität des Mauerwerks führen. Für die Normalgeschosse sind flexible Büroflächen vorgesehen, im Dachraum sollen Atelierbüros mit Galerien eingerichtet werden. Die Belichtung der Dachräume soll über eine Kombination von geschosshohen, stehenden Gauben- und Dachfenstern mit Terrakotta-Lamellen erfolgen.

Auer + Weber sehen für den Brunnenstock eine durchgehende Ladenzeile an der Sparkassenstraße mit groß-
flächigen Schaufenstern vor. In den Obergeschossen sollen Wohnungen mit großzügigen Loggien sowohl zum Burghof wie auch zur Sparkassenstraße errichtet werden. Geplant ist eine ausgewogene Lochfassade mit wenigen, überwiegend vertikalbetonten Öffnungsformaten. Durch das Einfügen eines Koppelgebäudes soll ein architektonisch-harmonisches Bindeglied vom Brunnenstock zum historischen Zerwirkgewölbe geschaffen und zugleich die räumliche Situation im Kleinen Hof aufgewertet werden.