Gesamtkonzept von Auer + Weber, München

Der Entwurf orientiert sich an dem burghaften Charakter des Gebäudeensembles und betont die Massivität und Flächigkeit der Fassaden sowie die einheitliche Dachlandschaft. Der Lorenzistock soll im Erdgeschossbereich durch Arkaden geöffnet werden. Vorgesehen ist, die historische Gewölbe-
struktur im Erdgeschoss zu zeigen und als Design-Markthalle halböffentlich - in Form einer inneren Passage mit ange-
schlossenem Café - zu nutzen. Zum Burghof hin soll der Lorenzistock durch eine südseitige Traufanhebung mit einem modernen Konferenzraum ausgestattet werden. Die Belichtung der Dachräume wird über Schleppgauben sowie flächen-
bündige Oberlichter im Firstbereich erfolgen.

Der Neubau des Pfisterstocks soll in Anlehnung an die historischen Räumlichkeiten mit giebelseitigen Wandscheiben errichtet werden. Für die Fassadengestaltung sind leicht vor die Außenhaut gestellte, mit Metallzargen gefasste Fenster geplant, die im Zusammenspiel mit den mineralisch verputzten Flächen zu einer höheren Plastizität des Mauerwerks führen. Für die Normalgeschosse sind flexible Büroflächen vorgesehen, im Dachraum sollen Atelierbüros mit Galerien eingerichtet werden. Die Belichtung der Dachräume soll über eine Kombination von geschosshohen, stehenden Gauben- und Dachfenstern mit Terrakotta-Lamellen erfolgen.
Auer + Weber sehen für den Brunnenstock eine durchgehende Ladenzeile an der Sparkassenstraße mit groß-
flächigen Schaufenstern vor. In den Obergeschossen sollen Wohnungen mit großzügigen Loggien sowohl zum Burghof wie auch zur Sparkassenstraße errichtet werden. Geplant ist eine ausgewogene Lochfassade mit wenigen, überwiegend vertikalbetonten Öffnungsformaten. Durch das Einfügen eines Koppelgebäudes soll ein architektonisch-harmonisches Bindeglied vom Brunnenstock zum historischen Zerwirkgewölbe geschaffen und zugleich die räumliche Situation im Kleinen Hof aufgewertet werden.