Historisches Baudenkmal im Wandel
Der Alte Hof blickt auf eine lange Geschichte zurück. Erste Siedlungsspuren sind bereits für die Urnenfelderzeit im 10. Jahrhundert vor Chr. nachgewiesen. Grabungsfunde deuten darauf hin, dass sich bereits im 12. Jahrhundert an der heutigen Stelle eine Burganlage befand. Besondere Bedeutung erlangt der Alte Hof vom 13. bis zum 15. Jahrhundert als Herrschaftsresidenz der Wittelsbacher.

Weiterbauen am Alten Hof
Seit ihrem Bestehen wurde die Anlage in jedem Jahrhundert verändert, umgebaut, erweitert. Nach neusten Forschungen haben Wissenschaftler allein bis zum 18. Jahrhundert zehn verschiedene Bauphasen nachgewiesen. Bauen im Alten Hof bedeutet immer weiterbauen an einem Denkmal. An diese baugeschichtliche Tradition knüpft auch die heutige Gestaltung und Nutzung an. Im Sinne einer kontinuierlichen Weiterentwicklung Die vormals als Verwaltungssitz für das Finanzamt genutzten und der Öffentlichkeit kaum zugänglichen Gebäude wurden weiterentwickelt zu einem Ort, an dem historische Bausubstanz bewahrt und durch maßvolles Weiterbauen neu belebt werden konnte. Das harmonische Miteinander von historischer und qualitätsvoller, zeitgenössischer Architektur sowie eine ausgewogene Nutzung der ehemaligen Residenz als attraktiver Ort zum Arbeiten, Wohnen, Einkaufen und Verweilen ist ein wichtiger Beitrag zu einer lebendigen Stadtentwicklung Münchens.

Bauhistorische Chronologie

1813 Torturm zur Hälfte abgetragen.
1816 Abbruch der Hofkapelle.
1816-1819 Neubau des Gebäudes für die Generaldirektion der Zölle (Lorenzistock).
1831 Wirtschaftsbauten / Brauhaus "Brunnenstock" abgebrochen, Neubau der Steuerkatasterkommission auf dem Gewölbe des herzoglichen Einbockkellers.
1842 Abbruch des (zuletzt) Polizeiturm genannten Vorderen Schwabinger Tores.
1846-1868 Darstellung des Zustands im Seitz-Modell.
1850 Entdeckung von Wandmalereien (14 Figuren) im sog. "Ahnensaal" im Burgstock.
Die bauhistorische Chronologie wurde entnommen aus:
"Die baugeschichtliche Entwicklung des Alten Hofes in München" von Prof. Dr. Enno Burmeister.
Mit freundlicher Unterstützung des Buchendorfer Verlages.